Besuch des Frauentreffs Olga in der Kurfürstenstraße am 22. September 2021

Am Mittwoch, 22. September besuchte ich den Frauentreff Olga in der Kurfürstenstraße. Der Frauentreff leistet wichtige Arbeit für Frauen und Trans*frauen, die der Sexarbeit nachgehen. In den geschützten Räumen des Frauentreffs gibt es Beratungsangebote ebenso wie ein Angebot von Mahlzeiten, Schlafgelegenheiten und sanitäre Anlagen. Auch medizinische Versorgung von Frauen und Trans*frauen wird hier angeboten. Der Frauentreff bietet damit eine niedrigschwellige Anlaufstelle und einen Schutzraum für die Sexarbeiter*innen im Kiez, die teilweise wohnungslos sind, in prekären Wohnverhältnissen leben und/oder nicht krankenversichert sind.

Im Gespräch mit der Leiterin des Frauentreffs Lonneke Schmidt-Brink und der zuständigen Fachbereichsleiterin vom Träger Notdienst Berlin e.V. Antje Matthiesen ging es um das Angebot des Frauentreffs ebenso wie um Herausforderungen. Zu diesen zählen unter anderem die noch ausstehende Verlängerung des Mietvertrags des Frauentreffs, aber auch die komplexe Finanzierungslage der diversen Projekte, die hier angeboten werden. Beides werde ich weiterhin politisch begleiten und unterstützen.

Desweiteren bemüht sich der Frauentreff um Verständigung und Austausch mit Anwohner*innen der Kurfürstenstraße, die teils besorgt, teils verärgert auf die Sexarbeiter*innen und auch das Angebot des Frauentreffs Olga reagieren. In dem Nachbarschaftsprojekt des Frauentreffs geht es darum, mit den Anwohner*innen in Kontakt zu treten und so über die Lage der Sexarbeiter*innen aufzuklären, Ängste zu nehmen und mögliche Verhaltensweisen zu besprechen, z.B. wenn sich Anwohner*innen gestört fühlen.

Der Straßenstrich in der Kurfürstenstraße ist ein viel diskutiertes Thema und bewegt viele Menschen im Kiez. Der oft erwähnte Vorschlag, einen Sperrbezirk einzurichten, greift hier jedoch zu kurz. Statt die Sexarbeiter*innen zu verdrängen – was zu noch prekäreren Situationen führen könnte – müssen wir durch Sozialarbeit, Beratungsangebote und Möglichkeiten zum Austausch dafür sorgen, tragbare Lösungen für die diversen Problematiken, die es rund um den Straßenstrich gibt, zu finden. Hier müssen wir sowohl die Anwohner*innen als auch die Sexarbeiter*innen mitdenken. Der Frauentreff Olga leistet wichtige Arbeit sowohl für die Sexarbeiter*innen als auch für die Verständigung im Kiez und muss in dieser Arbeit auch weiterhin von Bezirks- und Landesebene unterstützt werden. Dafür setze ich mich ein.

Bildbeschreibung:

Wahlkampfmanagerin Hannah Bergmann, Direktkandidat Jian Omar, Fachbereichsleiterin bei Notdienst Berlin e.V. Antje Matthiesen, Leiterin des Frauentreffs Lonneke Schmidt-Brink 

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