Razzia im Schafspelz

Was sich am Dienstagmorgen in einer Unterkunft für Rom*nja in Schöneberg abspielte, ist erschütternd. Ohne Ankündigung rückte das Jobcenter, begleitet von Polizei und Presse, um 6 Uhr früh an. Offiziell hieß es, man wolle die Bewohnenden „unterstützen und informieren“.

Initiativen wie Schöneberg hilft e.V. und Amaro Foro e.V. zeigen sich entsetzt: Dass offenbar auch die Presse eingeladen wurden, sei ein klarer Verstoß gegen den Schutz der Privatsphäre und das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung. Solche Aktionen schüren Vorurteile, statt sie abzubauen.

Die sogenannte „Razzia“ wird nun genutzt, um Romnja zu stigmatisieren. Dabei waren viele der Betroffenen längst vom Sozialamt in andere Unterkünfte verlegt worden. Das zeigt: Hier liegt kein „Romnja-Problem“ vor, sondern ein massives Kommunikations- und Strukturproblem.

In Wahrheit geht es um Arbeits- und Mietausbeutung. Viele Rom*nja werden nach Deutschland gebracht, auf Baustellen oder in anderen Jobs ausgebeutet und müssen ihre Sozialleistungen an Hintermänner abgeben.
Amaro Foro bringt es auf den Punkt: Nicht die Schutzsuchenden gehören kriminalisiert, sondern jene, die sie ausbeuten.